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Lungentransplantationsprogramm in Wien: Bericht der unabhängigen Expertenkommission liegt vor

Auditoren finden keine Hinweise auf systematische Fehler
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Es gibt keine Manipulationen oder Benachteiligung österreichischer PatientInnen. Die medizinische Qualität sei außerordentlich hoch. Befunderhebung und Dokumentation seien zu verbessern.  Ein jährliches follow-up Audit ab 2021 wird eingeführt.

(Wien, 23-03-2020) Im Oktober 2019 wurde in mehreren Medien über angebliche Unregelmäßigkeiten bei Lungentransplantationen am AKH Wien bzw. an der MedUni Wien berichtet. Um jegliche Vorwürfe fundiert zu untersuchen, haben die MedUni Wien und die Teilunternehmung AKH Wien schnell reagiert und eine internationale Expertenkommission eingesetzt. Diese hat nach mehrmonatiger Untersuchung der Aktivitäten des Lungentransplantationsprogramms in Wien nun ihren Bericht vorgelegt.

Die internationalen Experten kommen darin zur Schlussfolgerung, dass der Großteil der Organzuteilungen, inklusive der Fall einer griechischen Patientin, ohne formale Beanstandung waren und die Größenordnung der nicht vollständig ordnungsgemäßen Fälle, gemessen an den Ergebnissen von Audits in Deutschland, nicht auffällig hoch war. Es liegen hier keinerlei Hinweise auf systematische Fehler oder Manipulationen vor.

Diese Ergebnisse decken sich weitgehend mit jenen, eines bereits 2017 durchgeführten Experten-Audits sowie den laufenden, jährlichen Berichten des Österreichischen Transplantationsbeirates. Einzig empfiehlt die Kommission Mängel bei Dokumentation und Erhebung von Patientenbefunden, sowie die unkontrollierte Übernahme von fremdsprachigen Befunden zu verbessern. Die Übersichtlichkeit der zahlreichen internationalen Abkommen ist sicherzustellen, sofern diese noch Gültigkeit haben.

Der Bericht der Expertenkommission wurde den Aufsichtsorganen von MedUni Wien und Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) zur Kenntnis gebracht. Ergänzend wurde das Programm internen Revisionen durch den KAV und durch die MedUni Wien unterzogen.

Die entsprechenden Empfehlungen der Experten zur Verbesserung dieser internen Dokumentation werden von der Medizinischen Universität Wien und der Teilunternehmung AKH Wien ab sofort umgesetzt und laufend evaluiert. Außerdem wurde als Folge der Untersuchungen seitens des Management Boards des AKH Wien die Zahl ausländischer Patientinnen im Lungentransplantationsprogramm eingeschränkt.

Die internen Revisionsberichte ergaben keine gravierenden Unregelmäßigkeiten. Zur Frage der Vergütung der Leistungen über die Sonderklasse an die behandelnden ÄrztInnen und an den Träger der Krankenanstalt AKH Wien („Infrastrukturbeitrag“) liegt mittlerweile eine Stellungnahme der Österreichischen Ärztekammer vor, welche die Angemessenheit der Abrechnungen bestätigt.

Das Wiener Lungentransplantationsteam hat seit 1989 den strukturierten Aufbau neuer Programme in Drittstaaten unterstützt und nimmt mit jährlich etwa 100 Transplantationen einen internationalen Spitzenplatz ein.