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Anete Romanauska gewinnt den Harold M. Weintraub Graduate Student Award

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(Wien, 05-03-3030) Der Weintraub Student Award ist einer der angesehensten und begehrtesten internationalen Studentenpreise, mit dem „herausragende Leistungen während des Studiums der Lebenswissenschaften“ gewürdigt werden. Im Jahr 2020 wurde Anete Romanauska, Doktorandin in Alwin Köhlers Labor an den Max Perutz Labs, als eine von zwölf Studierenden aus der ganzen Welt ausgewählt. Die Auszeichnung wird vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle gefördert.

Der Weintraub-Preis wurde ins Leben gerufen, um das Vermächtnis eines brillanten Wissenschaftlers und Mentors zu ehren: Dr. Harold „Hal“ Weintraub war von 1978 bis 1995 Mitglied der Abteilung für Grundlagenwissenschaften am Fred Hutchinson Krebsforschungszentrum. Weintraub ist bekannt für seine Entdeckung und Charakterisierung von „myoD“, dem Hauptregulationsgen, das ein ganzes Programm der Muskelzelldifferenzierung auslöst. Hal Weintraub wurde für seine innovative Wissenschaft, aber auch als Mentor und unterstützender Kollege hoch geachtet. Er ist tragischerweise bereits im Alter von 49 Jahren verstorben.

Jedes Jahr wählt ein Komitee aus dem „Hutch“ – bestehend aus Fakultät und StudentInnen – die Preisträger nach „Qualität, Originalität und Bedeutung ihrer Arbeit“ aus. Die PreisträgerInnen sind eingeladen, ihre Arbeit während eines wissenschaftlichen Symposiums in Seattle vorzustellen.

Anete Romanauska ist in Lettland aufgewachsen und hat in Riga studiert. Sie kam 2015 als „summer student“ des ViennaBioCenter an die Max Perutz Labs in das Labor von Alwin Köhler. Ursprünglich als Praktikum geplant, hatte diese Sommerreise nach Wien große Auswirkungen auf ihre wissenschaftliche Karriere. „Als Alwin Köhler mich zum Ende des Sommers fragte, ob ich weiter mit ihm arbeiten wolle, habe ich gerne zugesagt, weil ich in der Erforschung des Zellkerns, speziell der Kernhülle, große Chancen sah. Ich bin immer noch erstaunt, wie wenig wir über diese Membran wissen, die für den Schutz und die Entschlüsselung unseres Genoms unerlässlich ist.“

Während dieser frühen Arbeit untersuchte Anete, wie Lipid-interagierenden Proteine in den Kern, in die so genannte innere Kernmembran, geleitet werden. Auf der Suche nach Antworten zu diesem Thema gelang Anete ein unerwarteter Durchbruch in eine ganz andere Richtung. Als Studentin des VBC PhD Programms beschäftigte sich Anete mit der Frage, ob die innere Kernmembran tatsächlich ein metabolisch inaktiver Bereich ist, wie üblicherweise angenommen wird.

Am Modell der Bäckerhefe erforschte Anete Romanauska den Lipidumsatz an der inneren Kernmembran. Sie konnte zeigen, dass dieser Prozess zur Bildung einer neuen Art von energiespeichernden Organellen im Zellkern führt, so genannten nuklearen Lipidtropfen (nuclear lipid droplets). Ihre Arbeit eröffnet vielfältige Möglichkeiten, die Verbindungen zwischen Lipidstoffwechsel und der Genregulation zu erforschen. Diese Ergebnisse wurden als 2-Autoren-Publikation (Romanauska & Köhler, 2018) in der Fachzeitschrift Cell veröffentlicht.

Was war für Anete während ihrer Doktorandenzeit am Wichtigsten? „Es war beides, die Gelegenheit, an einer faszinierenden Forschungsfrage zu arbeiten, aber auch die Tatsache, dass Alwin Köhler ein großartiger Wissenschaftler und Mentor ist. Mir gefällt seine Kreativität und die Art und Weise seines Herangehens an wissenschaftliche Fragen. Ich schätze auch die Atmosphäre und die Kollegialität in unserem Labor“, sagt sie.

Alwin Köhler fügt hinzu: „Ich bin nach wie vor fasziniert von der Tatsache, dass Anete alles allein geschafft hat. Das ist bemerkenswert angesichts der Bandbreite der verschiedenen Techniken, die sie angewendet und der Menge an Daten, die sie generiert hat. Da heutzutage die Anforderungen für eine Publikation immer umfangreicher und die Autorenlisten dadurch immer länger werden, ist Anetes Arbeit ein eindrucksvoller Beweis für Individualität, Kreativität und Ausdauer.“