Skip to main content

Forscher der MedUni Wien tragen zur Erstellung der neuen Richtlinien zur Diagnose der Nierentransplantatabstoßung bei

Željko Kikić und Nicolas Kozakowski übernehmen Leitung einer Arbeitsgruppe der BANFF Foundation for Allograft Pathology
Alle News

(Wien, 05-06-2020) Željko Kikić und Nicolas Kozakowski von der MedUni Wien wurden eingeladen, an den international gültigen Richtlinien zur Diagnose der Nierentransplantatabstoßung der BANFF Foundation for Allograft Pathology mitzuarbeiten.

Željko Kikić von der Universitätsklinik für Innere Medizin III, Klinische Abteilung für Nephrologie und Dialyse, und Nicolas Kozakowski vom Klinischen Institut für Pathologie haben in den vergangenen Jahren wesentliche Erkenntnisse zur Diagnostik der Antikörpervermittelten Abstoßung in der Nierentransplantation beigetragen.

Auf Grund dieser Arbeiten wurden Sie eingeladen, an den international gültigen Richtlinien zur Diagnose der Nierentransplantatabstoßung der BANFF Foundation for Allograft Pathology mitzuarbeiten. Kikić und Kozakowski übernahmen die Leitung der Arbeitsgruppe “Peritubuläre Kapillaritis” und gestalten in Kollaboration mit Ian W. Gibson (University of Manitoba, Kanada) eine internationale und multizentrische Studie zur Verbesserung der Diagnostik der Nierentransplantatabstoßung¹.  

Der Fokus der dieser Studie vorangehenden Pionierarbeiten war die Rolle der peritubulären Kapillaritis in der Diagnostik und Pathogenese der Transplantatabstoßung. Es handelt sich dabei um eine durch Entzündungszellen verursachte Anschoppung kleinerer Blutgefäße der Niere, die sowohl durch T-Zellen- als auch Antikörper-vermittelte Immunantwort ausgelöst werden kann. In mehreren großen Analysen konnten Kikić und Kozakowski erstmalig zeigen, dass die diffuse Verteilung (mehr als 50% der Nierenrinde) der peritubulären Kapillaritis als neuer unabhängiger Risikofaktor für den Verlust des transplantierten Organs zu betrachten ist². Zusätzlich war die diffuse peritubuläre Kapillaritis unabhängig mit der zukünftigen immunvermittelten chronischen Abstoßung assoziiert3,4.

Die Arbeitsgruppe wird mittels innovativer Ansätze wie digitaler Pathologie, Deep-Learning-Systemen mit künstlichen neuronalen Netzen und molekularen Untersuchungen die diagnostische Präzision und prognostische Aussagekraft der peritubulären Kapillaritis verfeinern. Dies könnte dazu beitragen, die aktuellen Empfehlungen der BANFF Foundation for Allograft Pathology anzupassen, Risiko-PatientInnen besser zu stratifizieren und letztendlich das Transplantat- und PatientInnenüberleben zu erhöhen.

 

Literatur

  1. Loupy A, Haas M, Roufosse C, et al. The Banff 2019 Kidney Meeting Report (I): Updates on and clarification of criteria for T cell- and antibody-mediated rejection. Am J Transplant 2020.
  2. Kozakowski N, Herkner H, Bohmig GA, et al. The diffuse extent of peritubular capillaritis in renal allograft rejection is an independent risk factor for graft loss. Kidney Int 2015;88:332-40.
  3. Kozakowski N, Herkner H, Eskandary F, et al. An integrative approach for the assessment of peritubular capillaritis extent and score in low-grade microvascular inflammation-associations with transplant glomerulopathy and graft loss. Nephrol Dial Transplant 2019;34:166-74.
  4. Kozakowski N, Eskandary F, Herkner H, et al. Diffuse Extent of Peritubular Capillaritis in Late Antibody-Mediated Rejection: Associations With Levels of Donor-Specific Antibodies and Chronic Allograft Injury. Transplantation 2017;101:e178-e87.