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Walter Tschugguel erhält Berufstitel "Universitätsprofessor"

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(Wien, 27-11-2019) Walter Tschugguel, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der MedUni Wien, wurde von Bundespräsident Alexander van der Bellen der Berufstitel „Universitätsprofessor“ verliehen.

Die Verleihung des Berufstitels „Universitätsprofessor“ erstreckt sich nur auf hervorragende Vertreter ihres Berufes. Unabdingbar für die Titelverleihung sind jedenfalls nach der Habilitation erbrachte besondere Leistungen an eigenständiger Forschung, besondere Leistungen im Bereich der wissenschaftlichen Forschung und Lehre, Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis sowie wissenschaftliche Tätigkeiten, die aufgrund nationaler und internationaler wissenschaftlicher Anerkennung ausgeübt werden.

Tschugguels Hauptinteresse ist die Erforschung des Pathomechanismus wenig verstandener Erkrankungen in Geburtshilfe und Gynäkologie. In seiner Habilitation im Jahr 2000 erforschte er die Wirkungsweise des gasförmigen Moleküls Stickstoffmonoxid (NO) innerhalb von Geburtshilfe, Gynäkologie und Teilen der Onkologie und untersuchte die von ihm aufgeworfenen Fragestellungen mittels klinischer Studien weiter.

Außerdem forschte Tschugguel auf dem Gebiet der Endometriose, um deren Pathomechanismus sowie das dynamische Verhalten vaskulärer Steroidhormonrezeptoren unter dem Einfluss von Steroiden zu verstehen. Aufgrund der Vermutung, dass Endometriose bereits in der bis dato als normal aufgefassten Gebärmutterschleimhaut beginnt, fokussierte er einen Teil seiner Interessen auf die Begründung der Arbeitsgruppe „Molekularbiologie der Endometriose“ an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde. Aus diesem Projekt resultierten einige Publikationen und Preisauszeichnungen, sowie Mitgliedschaften in nationalen und internationalen Fachgesellschaften.

Lehre als Herzensangelegenheit
Um optimale Unterstützung von StudentInnen zu gewährleisten, absolvierte Tschugguel eine drei Jahre dauernde Zusatzausbildung in Clinical Research an der der MedUni Wien und  firmiert als Mentor jüngerer KollegInnen, als Senior Supervisor und Vortragender der Postgraduate Studienprogramme N094 (Wissenschaft als Beruf) und N790 (Wissenschaft im Beruf) und Betreuer von Dissertationen und Diplomarbeiten.

Von 2001 bis 2014 war Tschugguel gemeinsam mit Christian Dadak maßgeblich am Aufbau der Abteilung für Lehre und postgraduelle Weiterbildung an der Universitätsfrauenklinik Wien beteiligt. In der Folge fungierte er als stellvertretender Leiter dieser Abteilung, stv. Blockkoordinator von Block 15 (Sexualität, Reproduktion, Schwangerschaft und Geburt) und Tertialkoordinator des Tertials Frauenheilkunde an der MedUni Wien. Des weiteren unterrichtet Tschugguel im Regelstudium N202 im Rahmen von Vorlesungen, Seminaren, Praktika, Famulaturen und im Rahmen klinischer Routinetätigkeiten.

Medizinische Hypnose
Neben seinem Interesse, kausale Zusammenhänge auf zellulärer und Organebene aufzudecken, lehrte ihn v.a. seine klinische Tätigkeit im Rahmen der Gynäkologischen Endokrinologie und Sterilitätsbehandlung, dass Körper und Person nicht zwei gesonderte Teile des Menschen sind, sondern vielmehr als Betrachtungsweisen des Menschen von zwei Seiten her auffassbar sind.

So begann er, klinische Hypnose als Behandlungsmethode bei funktionalen Störungen in der Gynäkologischen Endokrinologie, wie z.B. dem funktionellen Ausbleiben der Menstruationsblutung bei jungen Frauen, dem chronischen Unterbauchschmerz ohne morphologischen Substrat, dem Lean-Body-PCO-Syndrom und anderen Indikationen einzusetzen. Aus dieser Tätigkeit gingen Publikationen hervor, sowie eine Lehrveranstaltung, die bereits seit mehr als 15 Jahren als freies Wahlfach angeboten wird und sich großer Beliebtheit erfreut. In der Folge entwickelte Tschugguel gemeinsam mit seiner Kollegin Henriette Walter von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie den Universitätslehrgang „Medizinische Hypnose“, der seit dem Jahr 2008 an der MedUni Wien stattfindet.

Daraus resultiert eine umfassende internationale Seminar- und Vortragstätigkeit, außerdem wurde Tschugguel zum assoziierten Herausgeber der größten deutschsprachigen Hypnose-Fachzeitschrift, „Zeitschrift für Hypnose und Hypnotherapie“ (Hypnose-ZHH)“ berufen. Tschugguel ist Mitglied mehrerer nationaler und internationaler wissenschaftlicher Fachgesellschaften.

Insgesamt besteht Tschugguels universitäres Wirken aus seinem beständigen Bestreben, den Zusammenhang menschlicher Funktionen und Handlungen im Kontext seiner Umwelt mittels wissenschaftlicher Methodik darzustellen.