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Angel Valve Vienna gewinnt S&B Award des Rudolf Sallinger Fonds

Spinoff der MedUni Wien entwickelte Implantat zur Korrektur undichter Mitralklappen
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(Wien, 27-06-2019) Angel Valve Vienna (AVVie), ein Spinoff der MedUni Wien, wurde für„Mitral Butterfly“, ein minimal-invasiv eingebrachtes Implantat zur Korrektur undichter Mitralklappen, mit dem S&B Award des Rudolf Sallinger Fonds ausgezeichnet. Das Konzept basiert auf einem Patent, das an der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien entwickelt wurde.

Werner Mohl von der Universitätsklinik für Chirurgie der Medizinischen Universität Wien (als Chirurg bis 2015 tätig), beschäftigt sich seit einigen Jahren intensiv mit minimalinvasiven Lösungen für die Korrektur spezieller Herzklappenfehler. Mit dem Angel Valve Konzept gelang es ihm und seinem Team ein neuartiges Implantat (Mitral Butterfly) zu entwickeln, welches auch bereits erste erfolgreiche, in den USA durchgeführte, Tierversuche aufzuweisen hat. Der erste klinische Einsatz ist für 2021/2022 geplant.

Häufige Herzklappenerkrankung
Die Mitralklappe ist eine von vier Herzklappen. Und diese Klappe ist nicht immer dicht. Der Mitralklappenprolaps, eine spezielle Form einer schweren Störung der Ventilfunktion der Klappe, ist die am weitesten verbreitete Herzklappenerkrankung der Welt. In Deutschland sind bis zu einer Million Menschen davon betroffen. Normalerweise droht eine schwerwiegende Operation am offenen Herzen, die für viele PatientInnen aber wegen ihres hohen Alters oder Begleiterkrankungen keine Option darstellt. Daher gilt der minimalinvasive Eingriff mittels Katheterverfahren als Weg der Zukunft. Minimal invasive Chirurgie und der Einsatz von Klappen, welche durch Herzkatheter für den PatientInnen schonend eingesetzt werden, ist ein neues Konzept und hilft PatientInnen, rasch zu genesen. Bisher gab es noch keine verlässliche Methode zur katheterbasierten Klappenkorrektur bei Mitralklappenprolaps.

„Mitral Butterfly“ breitet seine Schwingen aus
AVVie hat sein neues Implantat „Mitral Butterfly“ genannt, wegen der Schwingen, welche der Stent in der Klappe ausbreitet. Dieses Verfahren kommt dann zum Einsatz, wenn ein Sehnenfaden der Mitralklappe ausreißt und ein Anteil der Klappe dem Druck in der Herzhöhle nicht standhält, in den Vorhof prolabiert und das Blut ungehindert in die Lunge zurückfließen kann.

Bild: Angel Valve Vienna

Normalerweise wird dieses Problem am stillgelegten Herzen, während einer Herzoperation gelöst. „Unser innovatives Konzept zielt nun auf ein Implantat ab, welches mit einem Katheter in das Herz eingebracht werden kann“, erklärt Werner Mohl, „dieses patentierte Implantat und die spezielle Einbringungsmethode hat gegenüber anderen konkurrierenden Verfahren den Vorteil, dass der gesamte durchschlagende Klappenanteil wieder in die richtige Position gebracht werden kann und so die Klappe wieder abdichtet.“
Ein weiterer wichtiger Vorteil ist der Haken, der die künstlichen Sehnenfäden aufnimmt und deshalb keine zusätzliche Fixierung am Herzmuskel notwendig ist.

Durch MedUni Wien zum Patent angemeldet
2015 wurde die Umsetzung der Idee zum „AngelValve-Konzept“ im PRIZE Programm (AWS) an der MedUni Wien unter der Leitung von Werner Mohl begonnen. Nach einer pre-Seedphase (AWS Förderung) 2015-2018 wurde im Oktober 2018 die AVVie GmbH gegründet.
Für das Konzept fanden sich bereits Investoren, mehrere Preise & Förderungen wurden gewonnen. „Einer raschen Weiterentwicklung sollte nichts im Wege stehen“, freut sich Werner Mohl über die Auszeichnung und rückt so seinem Ziel ein Stück näher, PatientInnen zukünftig ein sicheres, einfacheres und zeitsparendes Implantat anbieten zu können.

Über das S&B-Preisgeld durfte sich das Gewinnerteam vertreten durch Werner Mohl, Martin Bernroitner, Zuza Malecka und Johanna Ticar freuen.