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Forschungsförderungspreis der Ärztekammer Wien an Konstantin Bergmeister

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(Wien, 20-12-2019) Konstantin Bergmeister wurde von der Wiener Ärztekammer für seine im Topjournal Science Advances (Impact Faktor 12,8) erschienene Arbeit „Peripheral nerve transfers change target muscle structure and function“ mit dem Forschungsförderungspreis 2019 ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich an exzellente wissenschaftliche Leistungen für in Wien forschende ÄrztInnen vergeben.

Chirurgische Nerventransfers werden schon jetzt mit großem Erfolg in der Rekonstruktion von peripheren Nervenverletzungen und zur verbesserten Steuerung von bionischen Prothesen eingesetzt. Bisher war jedoch noch wenig über die Veränderungen von Muskeln nach dieser Therapie und damit über weitere Verbesserungsmöglichkeiten bekannt. In Kooperation mit KollegInnen aus Großbritannien und Kanada untersuchte Konstantin Bergmeister experimentell die neurophysiologischen Effekte dieser modernen Therapie und konnte zeigen, dass die Muskelsteuerung viel präziser möglich ist als bisher angenommen. In Folge übernimmt der Zielmuskel die physiologische Identität des Spendernervens und kann somit Signale erzeugen, die seiner Ursprungsfunktion ähneln. Hiermit kann man zum Beispiel die speziellen Eigenschaften von Handmuskeln auch in verbliebenen Stumpfmuskeln wie dem Bizeps erzeugen, um optimale Steuersignale für die Handfunktionen einer Prothese zu ermöglichen. Die Vision einer intuitiv gesteuerten Prothese, die alle Funktionen der Hand ersetzen kann, rückt hiermit einen Schritt näher. Außerdem können Nerventransfers mit diesen Erkenntnissen noch selektiver in der Therapie von Nervenlähmungen, spastischen Lähmungen nach Schlaganfall oder Fazialisparesen eingesetzt werden.

Die Studie wurde als internationales Kooperationsprojekt mit dem Imperial College London sowie Kooperationspartnern an der MedUni Wien durchgeführt.

Zur Person
Konstantin Bergmeister ist seit 2013 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Klinisches Labor für Bionische Extremitätenrekonstruktion bei Oskar Aszmann. Dort hat er auch bis 2015 seinen PhD im Programm Clinical Neuroscience erworben. Für seine klinische Ausbildung arbeitet er als Assistenzarzt an der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie bei Klaus Schrögendorfer am Universitätsklinikum St. Pölten. Zuvor hat er von 2016-2018 an der Klinik für Hand, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, an der BG - Unfallklinik Ludwigshafen bei Ulrich Kneser, der größten Plastischen Chirurgie Europas, gearbeitet. Er ist verheiratet mit Anna Bergmeister-Berghoff und läuft in seiner Freizeit gerne Marathon.  

Service
“Peripheral nerve transfers change target muscle structure and function.” K. D. Bergmeister, M. Aman, S. Muceli, I. Vujaklija, K. Manzano-Szalai, E. Unger, R. A. Byrne, C. Scheinecker, O. Riedl, S. Salminger, F. Frommlet, G. H. Borschel, D. Farina, O. C. Aszmann, Sci. Adv. 5, eaau2956 (2019).
advances.sciencemag.org/content/5/1/eaau2956/tab-pdf