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Anna Tröscher und Karin Trimmel gewinnen Ernst Niedermeyer Preis

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(Wien, 16-12-2019) Anna Tröscher, Forscherin an der Abteilung für Neuroimmunologie am Zentrum für Hirnforschung der MedUni Wien, und Karin Trimmel, Neurologin an der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Wien, wurden von der Österreichischen Gesellschaft für Epileptologie (ögtf) mit dem Ernst Niedermeyer Preis ausgezeichnet.

Der Titel der ausgezeichneten Arbeit von Anna Tröscher lautet „Microglial nodules provide the environment for pathogenic T cells in human encephalitis“ und wurde in Acta Neuropathologica (Impact Factor 18.2) publiziert. In der Arbeit untersuchte Anna Tröscher gemeinsam mit ihren KollegInnen die Mechanismen der Interaktion des angeborenen und erworbenen Immunsystems in einer seltenen pädiatrischen Krankheit, namens Rasmussen Enzephalitis. Sie konnten zeigen, dass die ersten pathologischen Veränderungen durch eine Aktivierung der Mikroglia-Zellen charakterisiert sind, welche in kleinen Mikrogliaknötchen ein lokal begrenztes inflammatorisches Milieu produzieren. Dieses wiederum rekrutiert die T-Zellen aktiv in das Gehirn, wo sie Neuronen zerstören. Die schwere Neurodegeneration und die Entzündung führen schlussendlich zu schwerer, pharmakoresistenter Epilepsie.

Zur Person
Anna Tröscher studierte Medizinische und Pharmazeutische Biotechnologie an der IMC Fachhochschule Krems (Bachelor), machte ihren Master in Biomedizin und Biotechnologie an der VetmedUni Wien und ihren PhD am Zentrum für Hirnforschung der MedUni Wien, wo sie derzeit als PostDoc in der Arbeitsgruppe von Jan Bauer an der Abteilung für Neuroimmunologie forscht. Der Schwerpunkt der Forschungsgruppe ist Entzündung und angeborene Immunität bei Epilepsie.

Service: Acta Neuropathologica
Tröscher A, Wimmer I, Quemada-Garrido L, Köck U, Gessl D, Verberk S, Martin B, Lassmann H, Bien C, Bauer J (2019) Microglial nodules provide the environment for pathogenic T cells in human encephalitis Acta Neuropathol, 137(4): 137(4):619-635  

Karin Trimmel für fMRT-Studie ausgezeichnet
Epilepsiechirurgie stellt eine effektive Behandlungsmethode für PatientInnen mit medikamentös therapierefraktärer Temporallappenepilepsie dar, jedoch leiden viele PatientInnen postoperativ unter Wortfindungs- und Benennstörungen. In der im Top-Journal Annals of Clinical and Translational Neurology erschienenen Arbeit „Naming fMRI predicts the effect of temporal lobe resection on language decline“ wurde bei PatientInnen mit Temporallappenepilepsie der Einsatz von funktioneller MRT (fMRT) zur Prädiktion postoperativer Benennstörungen nach epilepsiechirurgischem Eingriff untersucht. Mittels auditorischer und visueller fMRT Benennaufgaben konnte gezeigt werden, dass sich präoperative fMRT Aktivierungen im Temporallappen mit hoher Präzision für die individuelle Prädiktion postoperativer Benennstörungen nach Temporallappenresektion eignen. Diese Ergebnisse bilden eine mögliche Grundlage für die künftige Entwicklung individualisierter chirurgischer Therapiekonzepte zur Vermeidung postoperativer sprachlicher Defizite nach epilepsiechirurgischen Eingriffen.

Zur Person
Karin Trimmel studierte in Wien Humanmedizin und ist derzeit als Fachärztin an der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Wien mit Forschungsschwerpunkten im Bereich der klinischen Epileptologie sowie Schlafmedizin tätig. Ihr PhD-Studium zur Anwendung von hochauflösendem Oberflächen-EEG in der Beurteilung von Sprachnetzwerken bei fokaler Epilepsie schloss sie 2017 in Wien ab. Die prämierte Arbeit „Naming fMRI predicts the effect of temporal lobe resection on language decline“ entstand im Rahmen eines zweijährigen Forschungsaufenthaltes am University College London und Chalfont Centre for Epilepsy.

Service: Annals of Clinical and Translational Neurology
Trimmel K, van Graan L, Gonzálvez G, Haag A, Caciagli L, Vos S, Bonelli S, Sidhu M, Thompson P, Koepp M, Duncan J. Naming fMRI predicts the effect of temporal lobe resection on language decline. Annals of Clinical and Translational Neurology 6 (2019) 2186-2196. doi: 10.1002/acn3.50911. Epub 2019 Oct 2

Der Ernst Niedermeyer Preis für Epileptologie
Der Ernst Niedermeyer Preis für Epileptologie wird alle zwei Jahre für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Epileptologie verliehen. Es können Arbeiten aus sämtlichen Bereichen der Epileptologie eingereicht werden, sowohl aus dem Bereich der klinischen Epileptologie, als auch aus dem Bereich der Basiswissenschaften, wenn diese von klinischer Relevanz sind. Es werden ausschließlich Arbeiten aus österreichischen lnstitutionen bzw. Arbeiten, die Österreicherlnnen während eines Studienaufenthaltes im Ausland durchgeführt haben, berücksichtigt, welche das 40. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht überschritten haben.