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Universitätsreife


Der Nachweis der "allgemeinen Universitätsreife"

Die "allgemeine Universitätsreife" ist gemäß § 64 Abs. 1 Universitätsgesetz 2002 - UG durch eine der folgenden Urkunden nachzuweisen:

  1. ein österreichische Reifeprüfungszeugnis (einschließlich eines Zeugnisses über die Berufsreifeprüfung) oder ein österreichisches Reife- und Diplomprüfungszeugnis oder ein nach schulrechtlichen Vorschriften nostrifiziertes Reifeprüfungszeugnis;
  2. ein anderes österreichisches Zeugnis über die Zuerkennung der Studienberechtigung für eine bestimmte Studienrichtungsgruppe an einer Universität, Pädagogischen Hochschule oder Fachhochschule;
  3. ein ausländisches Zeugnis, da einem dieser österreichischen Zeugnisse auf Grund einer völkerrechtlichen Vereinbarung oder auf Grund der Entscheidung des Rektorats im Einzelfall gleichwertig ist;
  4. eine Urkunde über den Abschluss eines mindestens dreijährigen Studiums an einer anerkannten inländischen oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung;
  5. in den künstlerischen Studien die Bestätigung über die positiv beurteilte Zulassungsprüfung (Hinweis: dies ist für die Zulassung an der Medizinischen Universität Wien nicht relevant!);
  6. ein nach den Bestimmungen der "International Baccalaureate Organziation" erworbenes "IB Diploma";
  7. ein Europäisches Abiturzeugnis gemäß Art. 5 Abs. 2 der Vereinbarung über die Satzung der Europäischen Schulen, BGBl. III Nr. 173/2005.

HINWEIS: eine in der Schweiz absolvierte Fachmaturität/Berufsmaturität bzw. eine in Deutschland absolvierte Fachgebundene Hochschulreife/Fachhochschulreife ist in der Regel für den Nachweis der allgemeinen Universitätsreife nicht ausreichend.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine zusätzliche Prüfung in Latein notwendig.


Zusätzliche Information zu ausländischen Zeugnissen, die einem österreichischen Zeugnis auf Grund einer völkerrechtlichen Vereinbarung oder auf Grund der Entscheidung des Rektorats im Einzelfall gleichwertig sind (§ 64 Abs. 1 Z3 UG):

Zwischen Österreich und vielen anderen Staaten ist die Gleichwertigkeit der Reifezeugnisse durch multilaterale oder bilaterale Abkommen festgelegt. Reifezeugnisse, die in solchen Staaten ausgestellt sind, stellen einen ausreichenden Nachweis für die allgemeine Universitätsreife dar. Für nähere Informationen siehe z.B. Informationen zu Universitätsreife

Ist die Gleichwertigkeit ausländischer Zeugnisse im Hinblick auf die Inhalte und die Anforderungen einer österreichischen Reifeprüfung nicht gegeben, sind vom Rektorat die Ergänzungsprüfungen vorzuschreiben, die für die Herstellung der Gleichwertigkeit mit einer inländischen Reifeprüfung erforderlich und vor der Zulassung zum ordentlichen Studium abzulegen sind.

Für eine erste Orientierung, ob Ergänzungsprüfungen notwendig werden könnten, bietet die Datenbank ANABIN eine Entscheidungshilfe. Wir dürfen Sie jedoch um Verständnis ersuchen, dass die in der Datenbank ANABIN abrufbaren Empfehlungen die konkrete Detailprüfung im Rahmen der Zulassung an der Medizinischen Universität Wien nicht ersetzt und das Ergebnis der Gleichwertigkeitsprüfung nicht vorweggenommen werden kann.

Nähere Informationen über das Anerkennungswesen in Österreich finden Sie auch auf den Seiten des Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung und ENIC NARIC Austria.


Der Nachweis der "besonderen Universitätsreife"

StudienwerberInnen mit einer anderen Staatsangehörigkeit als der eines EU- oder EWR-Staates und StudienwerberInnen, denen Österreich nicht auf Grund eines völkerrechtlichen Vertrages dieselben Rechte für den Berufszugang zu gewähren hat wie österreichischen Staatsangehörigen, müssen die sogenannte "besondere Universitätsreife" gemäß § 65 Abs. 2 Universitätsgesetz 2002 - UG im Rahmen der Zulassung an der Medizinischen Universität Wien nachweisen.

Das bedeutet, dass Sie die Erfüllung der studienspezifischen Zulassungsvoraussetzungen einschließlich des Rechts zur unmittelbaren Zulassung zum Studium nachzuweisen haben, die im Ausstellungsstaat der Urkunde, mit der die allgemeine Universitätsreife nachgewiesen wird, bestehen.

Ist das in Österreich angestrebte Studium im Ausstellungsstaat der Urkunde nicht eingerichtet, sind die studienspezifischen Zulassungsvoraussetzungen in Bezug auf ein im Ausstellungsstaat der Urkunde eingerichtetes, mit dem in Österreich angestrebten Studium fachlich am nächsten verwandtes Studium zu erfüllen.

Der Nachweis der besonderen Universitätsreife gemäß § 65 Abs. 2 UG ist daher eine Bestätigung von einer staatlich anerkannten Universität im Ausstellungsstaat des jeweiligen Reifezeugnisses/Studienabschlusses, dass der/die Studienwerber/in das Recht hat, das an der Medizinischen Universität Wien gewählte Studium auch an der Universität im Ausstellungsstaat des jeweiligen Reifezeugnisses/Studienabschlusses zu studieren. Ein konkreter Studienplatz muss nicht nachgewiesen werden, jedoch die Erfüllung der jeweiligen Zulassungsvoraussetzungen.

Der Nachweis der besonderen Universitätsreife hat zu beinhalten:

  • Die Bezeichnung der staatlich anerkannten Universität, die im Ausstellungsstaat des jeweiligen Reifezeugnisses/Studienabschlusses den Nachweis der besonderen Universitätsreife ausstellt, mitsamt Adresse und Kontaktdaten;
  • die genaue Angabe des relevanten Studiums;
  • den Namen und das Geburtsdatum der antragstellenden Person (des Studienwerbers / der Studienwerberin);
  • die Angabe, dass alle Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind, um das Studium, das an der Medizinischen Universität Wien angestrebt wird, an der anerkannten/akkreditierten Universität im Ausstellungsstaat des Reifezeugnisses/Studienabschlusses studieren zu dürfen.
  • Das Ausstellungsdatum der Bestätigung. Der Nachweis der besonderen Universitätsreife muss für das aktuelle Semester bzw. Studienjahr gelten, für das die Zulassung beantragt wurde.

Beispielfall: Dies kann z.B. ukrainische Staatsangehörige mit deutschem Abitur betreffen. Für diesen Fall ist zu beachten: Die „besondere Universitätsreife“ gemäß § 65 Abs. 2 UG wird in Deutschland durch Vorlage einer Bestätigung der Stiftung für Hochschulzulassung erbracht. Das Schreiben der Stiftung für Hochschulzulassung hat eine Bestätigung darüber zu enthalten, dass für das aktuelle Semester sämtliche Zulassungsvoraussetzungen in Deutschland für jene Studienrichtung, die Sie an der Medizinischen Universität Wien anstreben, erfüllt sind.

Ausnahmen vom Erfordernis des Nachweises der besonderen Universitätsreife

Haben Sie eine andere Staatsangehörigkeit als jene eines EU- oder EWR-Staates, müssen Sie die besondere Universitätsreife dann nicht nachweisen, wenn Sie unter die Personengruppenverordnung (PVO) fallen:

Die Personengruppenverordnung erfasst folgende Personengruppen: 

  1. Personen, die in Österreich auf Grund staatsvertraglicher oder gesetzlicher Bestimmungen Privilegien und Immunitäten genießen, sowie Personen, die sich zum Zeitpunkt des Erwerbes des Reifeprüfungszeugnisses im Auftrag der Republik Österreich im Ausland aufhalten und dort auf Grund staatsvertraglicher oder gesetzlicher Bestimmungen Privilegien und Immunitäten genießen, sowie deren Ehegattinnen und Ehegatten bzw. eingetragene Partnerinnen und Partner und deren Kinder;
    Nachweis: Legitimationskarte, ausgestellt durch das österreichische Außenministerium; und gegebenenfalls Heiratsurkunde/Urkunde über die eingetragene Partnerschaft, Geburtsurkunde
  2. in Österreich akkreditierte und hier hauptberuflich tätige Auslandsjournalistinnen und Auslandsjournalisten sowie ihre Ehegattinnen und Ehegatten bzw. eingetragenen Partnerinnen und Partner und ihre Kinder;
    Nachweis: Akkreditierungsurkunde; und gegebenenfalls Heiratsurkunde/Urkunde über die eingetragene Partnerschaft, Geburtsurkunde
  3. Personen, die entweder selbst wenigstens fünf zusammenhängende Jahre unmittelbar vor der erstmaligen Antragstellung auf Zulassung zu einem Studium an einer Pädagogischen Hochschule oder einer Universität oder einer Fachhochschule in Österreich ihren Hauptwohnsitz in Österreich hatten oder die mindestens eine gesetzliche Unterhaltspflichtige oder einen gesetzlichen Unterhaltspflichtigen haben, bei der oder bei dem dies der Fall ist;
    Nachweis: Meldebestätigung; falls für den Nachweis der Unterhaltspflicht erforderlich: gegebenenfalls Geburts- bzw. Heiratsurkunde.
  4. Personen, die ein Stipendium für das angestrebte Studium entweder auf Grund staatsvertraglicher Bestimmungen oder in gleicher Höhe aus jenen Mitteln einer österreichischen Gebietskörperschaft erhalten, die gemäß den Finanzvorschriften dieser Gebietskörperschaft ausdrücklich für Stipendien zu verwenden sind;
    Nachweis: Bestätigung über die Zuerkennung des Stipendiums
  5. Inhaberinnen und Inhaber von Reifeprüfungszeugnissen oder Reife- und Diplomprüfungszeugnissen österreichischer Auslandsschulen oder Inhaberinnen und Inhaber von staatlichen Abschlussprüfungen deutsch- oder ladinischsprachiger Südtiroler Sekundarschulen zweiten Grades, sofern damit nicht in Italien ohnehin der unmittelbare Hochschulzugang verbunden ist;
    Nachweis: jeweiliges Reifezeugnis
  6. Personen, die auf Grund der §§ 3, 8, 13 oder 75 Abs. 5 und 6 des Asylgesetzes 2005, BGBl. I Nr. 100/2005, in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 145/2017, oder nach früheren asylrechtlichen Bestimmungen, zum Aufenthalt im Bundesgebiet berechtigt sind.
    Nachweis: Asylbescheid und Asylkarte; oder Konventionsreisepass; in allen Fällen eine Meldebestätigung