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Forschungsprojekte 2018 - 2020

Ihre Spende ermöglicht unsere Krebsforschung
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Die sicherste Methode mit der man Krebs die Stirn bieten kann ist, die Erkrankung und ihre Mechanismen zu erforschen. Das daraus gewonnene Wissen ermöglicht es, innovative Diagnose- und Behandlungsverfahren zu entwickeln.

Das Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien schreibt alle zwei Jahre Forschungsförderungen aus den Mitteln der Initiative Krebsforschung aus. Diese werden an interdisziplinäre, translationale Forschungsprojekte auf dem Gebiet maligner Erkrankungen vergeben. Eine hochkarätige, internationale Jury prüft die eingereichten Projekte und wählt die besten für eine Förderung aus.

Die Spendengelder, die die Initiative Krebsforschung durch den Krebsforschungslauf einnimmt, kommen zu 100 Prozent diesen vielversprechenden Krebsforschungsprojekten zugute. Im Förderungszeitraum 2018 bis 2020 können so zehn vielversprechende wissenschaftliche Forschungsarbeiten gefördert werden.

Ein schwerwiegendes Problem bei der medikamentösen Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms ist das Entstehen von Resistenzen gegen hormonelle Prostatakrebsmedikamente. Das Projekt verfolgt das Ziel, genauere Informationen darüber zu gewinnen, welche Mechanismen zu dieser Resistenzentwicklung führen. Das ForscherInnenteam züchtet dafür aus Zellen des Prostatakarzinoms künstliche Organe in Miniaturform, sogenannte Organoide. Die innovative Methode verspricht zuverlässigere Ergebnisse als Untersuchungen an herkömmlichen Zelllinien.

Projektleiter: Maximilian Marhold, Universitätsklinik für Innere Medizin I, MedUni Wien/AKH Wien und Mitglied des CCC.

Kinder mit bestimmten bösartigen Gehirntumoren (Medulloblastome und atypische teratoide rhabdoide Tumoren), die nach der Therapie wiederkehren, also rezidivieren, haben eine schlechte Prognose. Je früher das Rezidiv erkannt wird, desto besser stehen die Chancen auf den Behandlungserfolg. Die Studie hat das Ziel, Biomarker, das sind objektiv messbare biologische Merkmale wie etwa Zellen, Genprodukte oder Moleküle, zu identifizieren, die eine frühe, schnelle und nicht-invasive Diagnose von Rezidiven ermöglichen.

Projektleiterin: Sibylle Madlener, Molecular Neuro-Onkology Laboratory an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde an der MedUni Wien und des AKH Wien und Mitglied des CCC

KrebspatientInnen haben ein erhöhtes Risiko, eine venöse Thrombose, also einen Gefäßverschluss durch die Entstehung eines Blutgerinnsels, zu entwickeln. Diese verschlechtert den Verlauf und die Prognose der Erkrankung. Bei Menschen, die an einem Hirntumor leiden, ist das Risiko mit 20 Prozent besonders hoch. Ziel des prämierten Forschungsprojekts ist es, den Mechanismus zu erforschen, der zur Entstehung von Thrombosen führt.

Projektleiter: Cihan Ay, Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien und des AKH Wien und Mitglied des CCC

Die Antikörpertherapie gegen den Epidermalen Wachstumsfaktor Rezeptor (EGFR) wird heute sehr erfolgreich bei der Behandlung des metastasierten Dickdarmkarzinoms eingesetzt. Es ist bekannt, dass diese Therapie bei PatientInnen mit einer aktivierenden Mutation am RAS Gen nicht wirkt. Sie wirkt aber auch bei rund 50 Prozent der anderen Betroffenen nicht. Die Studie prüft nun, welche Mechanismen hinter dieser Therapieresistenz stehen. Im Zentrum der Arbeit stehen Untersuchungen an Organoiden, das sind dreidimensionale Zellmodelle, die aus Tumorzellen und gesundem Gewebe gebildet werden können. Das Ziel ist es, Biomarker für die Stratifizierung von PatientInnen zu finden. Unter Stratifizierung versteht man das Unterteilen einer Gruppe von PatientInnen mit gleicher Erkrankung in mehrere Subgruppen anhand eines Merkmals (zB. ein Biomarker), durch den sie sich unterschieden.

Projektleiterin: Angelika Neuhofer, Institut für Krebsforschung der MedUni Wien und Mitglied des Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien

Tumoren bestehen nicht nur aus Tumorzellen, sondern auch aus tumorinfiltrierenden Zellen des Immunsystems. Speziell Makrophagen (Fresszellen) fallen dadurch auf, dass sie das Tumorgeschehen sowohl begünstigen als auch hemmen können. Das Projekt prüft nun in Zelllinien und 3-D-Modellen, ob man bei Darmkrebs Makrophagen so bestrahlen kann, dass sie eine antitumorale Wirkung entfalten und welche Mechanismen beteiligt sein könnten.

Projektleiterin: Victoria Stary, Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien und des AKH Wien sowie Mitglied des Comprehensive Cancer Center der beiden Einrichtungen.

Bestimmte Tumoren der Lunge sind in der Lage, ihre Mikroumgebung so zu beeinflussen, dass sie das Tumorwachstum begünstigt. Was ermächtigt die unterschiedlichen Zelltypen in der Tumormasse dazu? Beziehungsweise wie kommunizieren sie, damit sie das Mikromilieu programmieren können? Das Forschungsprojekt versucht diese Kommunikationswege zu identifizieren, um sie im nächsten Schritt modulieren zu können. Das Ziel ist es, eine tumorfeindliche Mikroumgebung zu schaffen, die in Kombination mit anderen Behandlungsansätzen, beispielsweise der Immuntherapie, das Wachstum des Karzinoms unterbindet.

Projektleiter: Herwig Moll, Zentrum für Physiologie und Pharmakologie an der MedUni Wien

Das Myelodysplastische Syndrom ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen des Knochenmarks, die mit einer Störung der Blutbildung einhergehen und in eine akute Leukämie übergehen können. Bis lang dachte man, dass die krankhaften Veränderungen der Blutzellen ausschließlich auf Veränderungen in den Stammzellen zurückzuführen sind. Das Projekt untersucht nun, ob die Ursachen für die Entstehung der Erkrankung im Knochenstoffwechsel zu finden sind. Sein Ziel ist es, die Gene und Signalwege zu identifizieren, die zu den krankhaften Veränderungen führen und damit neue Therapieansätze zu finden.

Projektleiter: Lukas Kazianka, Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien und des AKH Wien sowie Mitglied des Comprehensive Cancer Center (CCC) der beiden Einrichtungen.

Wo liegt der Ursprung der Chronisch Lymphatischen Leukämie (CLL)? Dieser Frage geht das Forschungsprojekt Nummer acht nach. Konkret prüft es, ob eine bestimmte Mutation im NOTCH2 Gen für die Entstehung der CLL verantwortlich ist. Eine Bestätigung dieser Annahme könnte entscheidend für die Verbesserung von Diagnose und Therapie der CLL sein.

Projektleiter: Rainer Hubmann, Genetiker an der Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni Wien und des AKH Wien und Mitglied des Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien.

Es ist bekannt, dass Tumorzellen aktiv zu ihrem Wachstum und zu ihrer Abwanderung (Metastasierung) beitragen. Sie kommunizieren dazu mit anderen Zellen in ihrer Mikroumgebung, unter anderem indem sie biochemische Signal- und Botenstoffe aussenden. Die Arbeit erforscht nun an einem bestimmten Protein, das von den Tumorzellen abgegeben wird (sekretiertes Protein), wie die Tumorzellen mit ihrer Mikroumgebung kommunizieren und wie sie die Bedingungen für die Metastasierung vorbereiten. Sie untersucht weiter, ob dieser Signalstoff auch als Biomarker oder therapeutisches Ziel genutzt werden könnte.

Projektleiter: Robert Eferl, Institut für Krebsforschung der MedUni Wien und Mitglied des Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien.

In den letzten Jahren konnten mit Hilfe der Immuntherapie wichtige Erfolge bei der Therapie des metastasierten Melanom (schwarzer Hautkrebs) erzielt werden. Dennoch kommt es in über 60 Prozent der Fälle zu Therapieresistenzen. Diese können von Beginn an vorliegen, oder sich im Therapieverlauf entwickeln. Das Forschungsteam führt im Blutserum Betroffener mit Hilfe innovativer Technologien eine Proteinanalyse durch. So charakterisiert sie die Proteine, die im Signalgeschehen der Tumorzellen eine Rolle spielen und identifiziert jene, die als Biomarker für das Therapieansprechen geeignet sein könnten.

Projektleiterin: Verena Paulitschke, Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien und des AKH Wien sowie Mitglied des Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien.